30/31/2022
Als „Gefangene des Monats August“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und IDEA drei Christen im Iran benannt. Es handelt sich um Ahmad (Youhana) Sarparast (25), Ayub Pourrezazadeh (28) und Morteza Mashoodkari (38). Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, sich für die ehemaligen Muslime mit Hilfe von Appellen an die iranische Führung einzusetzen und für sie zu beten. Sie gerieten ins Fadenkreuz des Regimes, weil sie den christlichen Glauben angenommen haben. Nach Razzien am 8. Mai dieses Jahres in ihren privaten Wohnungen wurden die Mitglieder der evangelischen „Kirche des Iran“ festgenommen. Die Männer waren erstmals während eines Gebetstreffens am 5. September 2021 abgeführt und dann einer Gehirnwäsche ausgesetzt worden – mit dem Ziel, sie zum Islam zurückzuführen. Die Behörden werfen ihnen „Propaganda für einen abweichenden, dem islamischen Recht widersprechenden Glauben“ vor. Auf diese Weise dienten sie angeblich „fremden Mächten“. Am 9. April 2022 verurteilte das Revolutionsgericht in Rascht die Konvertiten zu jeweils fünf Jahren Gefängnis. Ende Juni bestätigte eine höhere Instanz dieses Urteil. Die IGFM und IDEA bitten darum, die iranische Führung in Briefen daran zu erinnern, dass sie sich mit der Ratifizierung des „Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte“ zur Achtung der Religionsfreiheit verpflichtet hat. Das Vorgehen gegen die drei Christen, weitere Mitglieder der „Kirche des Iran“ und viele andere ehemalige Muslime, die sich dem Christentum zugewandt haben, steht dazu im deutlichen Widerspruch. 95 % der knapp 84 Millionen Einwohner des Iran gehören zum schiitischen Zweig des Islams. Der Anteil der Christen liegt bei unter einem Prozent. Kontakt zur Botschaft: Präsident Ebrahim Raisi c/o Botschaft der Islamischen Republik Iran | Podbielskiallee 65–67 | 14195 Berlin Fax 030 84353165
 
Verfolgte Kirche wächst trotz Bedrängnis Kelkheim (IDEA) – Trotz härtester Verfolgung lassen sich Christen nicht einschüchtern. Inmitten der Bedrängnis halten sie an der Hoffnung in Jesus Christus fest. Das sagte der Vize-Präsident des Dachverbandes Algerischer Evangelischer Gemeinden (Église Protestante d‘Algérie, EPA), Pastor Youssef Ourahmane, am 28. Mai. Er war einer der Redner auf der digitalen „Open Doors Tag“ des Hilfswerkes mit Sitz im hessischen Kelkheim. Nach dessen Angaben verfolgten rund 100.000 Personen das Treffen auf Bibel TV sowie über das Internet. Ourahmane ist auch Gründer des „House of Hope“ (Haus der Hoffnung), einem Ausbildungszentrum für Pastoren und Gemeindeleiter in der Region Kabylei im Nordosten Algeriens. Wegen seiner Aktivitäten entging er bereits zwei Mordanschlägen und wurde mehrmals verhaftet. Wie er sagte, ist es nicht leicht, für Jesus zu leiden, doch: „Verfolgung ist nicht das Ende der Kirche. Sie war immer ein Anfang von etwas, das wir nicht sofort sehen.“ Er sei immer wieder erstaunt, was Gott in Algerien und der islamischen Welt tue. „Selbst Terroristen kann Gott die Hand reichen“ Ourahmane zufolge kommen in Algerien trotz des restriktiven Vorgehens der Regierung gegen Gemeinden, die aus ehemaligen Muslimen bestehen, beständig Menschen zum christlichen Glauben. Zehntausende Muslime hätten sich schon zu Jesus bekehrt, darunter auch geistliche Autoritäten. So sei ein Imam einer roßen Moschee über die Sozialen Medien Christ geworden. Bei der Vorbereitung seiner Freitagspredigt sei der Mann auf einer christlichen Internetseite hängengeblieben, und „Gott berührte sein Leben“. Weiter berichtete Ourahmane von zwei ehemaligen islamistischen Terroristen, die heute die Gottesdienste in einer kabylischen Gemeinde besuchten. „Selbst Terroristen kann Gott die Hand reichen“, so Ourahmane. Ihm zufolge liegt die Strategie der algerischen Kirche im Gebet und Fasten, um als Gemeinde Jesu zu überleben.