idea 15.9..2026
In
Algerien
hat
eine
Spezialeinheit
der
Polizei
einen
Gottesdienst
gestürmt
und
alle
zwölf
anwesenden
Christen
festgenommen.
Ihnen
wird
vorgeworfen,
eine
nichtmuslimische
religiöse
Versammlung,
die
nicht
genehmigt
war,
abgehalten
zu
haben.
Das
berichtet
die
christliche
Nachrichtenplattform
Morning
Star
News
unter
Berufung
auf
lokale
Quellen.
Die
Razzia
fand
demnach
am
4.
September
in
dem
Frauenhaus
„House
of
Refuge“
in
L’Ayaida
statt,
rund
36
Kilometer
östlich
der
Hafenstadt
Oran.
Die
Einrichtung
dient
als
Zufluchts-
und
Wiedereingliederungszentrum
für
gefährdete
Frauen
und
ihre
Familien.
Auf
dem
Gelände
hatte
sich
ursprünglich
auch
ein
Gottesdienstsaal
befunden,
den
die
Behörden
im
Oktober
2019
jedoch
schließen
ließen.
Seitdem
hätten
sich
die
Christen
in
einer
der
separaten
Wohnungen
auf
dem
Gelände
zu
Gottesdiensten
getroffen.
Das
Anwesen
sei
bereits
seit
einiger
Zeit
überwacht
worden,
so
die
Quellen.
Nach
der
Durchsuchung
mit
richterlichem
Beschluss
brachten
die
Beamten
die
Festgenommenen
zu
einer
Polizeistation.
Dabei
beschlagnahmten
sie
sämtliche
christliche
Literatur,
Mobiltelefone
und
Ausweispapiere
der
Anwesenden.
Die
Frauen
wurden
freigelassen,
sollten
aber
am
nächsten
Morgen
zur
Vernehmung
erscheinen.
Die
Männer
wurden
bis
in
die
späte
Nacht
festgehalten.
Verordnung
kriminalisiert
nichtmuslimischen
Gottesdienst
Die
Betroffenen
könnten
nach
einer
Verordnung
angeklagt
werden,
die
den
nichtmuslimischen
Gottesdienst
in
Algerien
regelt.
Das
Gesetz
aus
dem
Jahr
2006
stellt
gemeinschaftliche
Gottesdienste
außerhalb
des
offiziell
genehmigten
staatlichen
Rahmens
ebenso
unter
Strafe
wie
jede
Handlung,
die
den
„Glauben
eines
Muslims
erschüttern“
könnte.
Nichtmuslimische
Gotteshäuser
müssen
laut
Gesetz
lizenziert
werden
–
entsprechende
Anträge blieben jedoch bislang unbeantwortet.
Systematisches
Vorgehen
gegen
die
protestantische Kirche
Nach
Angaben
des
christlichen
Hilfswerks
Open
Doors
haben
nahezu
alle
47
offiziellen
Gemeinden
der
Evangelisch-protestantischen
Kirche
Algeriens
(EPA)
behördliche
Schließungsanordnungen
erhalten
oder
wurden
von
den
Behörden
versiegelt.
Mehr
als
50
Christen
seien
in
den
vergangenen
Jahren
wegen
ihres
Glaubens
strafrechtlich
verfolgt
worden.
Die
EPA
habe
bereits
2013
einen
Antrag
auf
Wiederzulassung
gestellt,
der
bis
heute
nicht
genehmigt
worden
sei.
Sie
befinde
sich
also
bis
heute in einem rechtlichen Schwebezustand.
Wie
Morning
Star
News
unter
Berufung
auf
Christen
aus
den
Regionen
Béjaïa,
Tizi
Ouzou
und
Bouira
berichtet,
versuchen
die
Behörden
seit
einigen
Wochen,
die
„Kirchenfrage“
in
Algerien
dauerhaft
zu
lösen.
Dazu
seien
Sonderbeauftragte
im
ganzen
Land
unterwegs,
um
Gemeindemitglieder,
die
nicht
der
EPA
angehören,
zum
Beitritt
zu
einem
neuen
christlichen
Verband
zu
bewegen,
der
die
EPA
ersetzen
solle.
Ziel
sei
eine
Neuorganisation
unter
strenger
staatlicher
Kontrolle,
die
eine
mögliche
Wiedereröffnung
der
Gotteshäuser
unter
vorgegebenen
Bedingungen
ermöglichen
würde.
Verhaftungen von Christen
Die
jüngste
Razzia
reiht
sich
zudem
in
ein
langjähriges
Muster
gerichtlicher
Schikanen
gegen
Christen
ein,
insbesondere
in
der
Region
Oran.
So
wurden
2021
die
Pastoren
Rachid
Seighir
und
Nouh
Hamimi
verurteilt
und
deren
Buchhandlung
geschlossen.
Hamid
Soudad
wiederum
erhielt
eine
fünfjährige
Haftstrafe
wegen
„Beleidigung
des
Islam“
im
Zusammenhang
mit
einer
Facebook-Karikatur;
er
saß
von
Januar
2021
bis
Juli
2023
in
Haft,
bevor
er
begnadigt
wurde.
Der
Vizepräsident
der
EPA
und
Gründer
des
Frauenhauses
in
L’Ayaida,
Youcef
Ourahmane,
wurde
im
Mai
2024
zu
einem
Jahr
Haft
verurteilt,
weil
er
eine
christliche Freizeit organisiert hatte.
Die
Zahl
der
Christen
in
Algerien
wird
von
Open
Doors
auf
rund
156.000
geschätzt;
das
sind
0,3
Prozent
der
47
Millionen
Einwohner.
Auf
dem
Weltverfolgungsindex
2026
von
Open
Doors,
der
die
50
Länder
auflistet,
in
denen
Christen
am
stärksten
bedrängt
werden,
belegt
Algerien Platz 20.