idea 26.06.2026 Ein   brasilianisches   Gericht   hat   ein   Ehepaar   zu 50   Tagen   Haft   verurteilt,   weil   es   ihre   beiden Töchter   zu   Hause   unterrichtet   hat.   Das   teilte die      christliche      Menschenrechtsorganisation ADF     International     mit,     die     das     Ehepaar rechtlich unterstützt. Audato     und     Ieda     Denardi     wurden     wegen intellektueller               Vernachlässigung“ schuldig      gesprochen.      Es      ist      laut      ADF International         die         erste         strafrechtliche Verurteilung    von    Eltern    in    Brasilien    wegen Heimunterrichts… Lehrplan          ohne          „Gender-          und Sexualerziehung“ bemängelt Der          Richter          begründete          seine Entscheidung   damit,   dass   der   Lehrplan der    Familie    keine    Inhalte    zu    „Gender- und    Sexualerziehung“    sowie    „Toleranz und     Vielfalt“     enthalten     habe.     Zudem führte   er   an,   dass   die   15-   und   11-jährigen Töchter           weder           „Trap“-           noch „Sertanejo“-Musik               (brasilianische Volksmusik)   mochten   –   ein   Beleg   dafür, dass       auch       kulturelle       Vielfalt       im Unterricht zu kurz gekommen sei. Mutter: „Kein diktatorischerer Staat denkbar“ Ieda    Denardi,    die    eigenen    Angaben    zufolge Mathematiklehrerin      sowie      Pädagogin      ist, erklärte:    „Als    Mutter    kann    ich    mir    keinen diktatorischeren   Staat   vorstellen   als   einen,   der mich   ins   Gefängnis   stecken   will,   weil   ich   mein Recht    ausgeübt    habe,    über    die    Bildung    und Erziehung   meiner   Töchter   zu   entscheiden.“   Sie und    ihr    Mann    hofften,    dass    das    Gericht    ihr Recht       auf       eine       selbstgewählte       Bildung anerkenne und das Urteil aufhebe. Die    Verurteilung    erfolgte,    obwohl    der Staatsanwalt             einen             Freispruch beantragt   hatte.   Nach   Anhörung   der   Zeugen und    Prüfung    der    schulischen    und    sozialen Entwicklung   der   Mädchen   sei   dieser   zu   dem Schluss             gekommen,             dass             keine Vernachlässigung         vorliege.         Auch         eine unabhängige   Bildungspsychologin   habe   keine Anzeichen dafür gefunden. ADF    International    spricht    von    „Missbrauch des Strafrechts“ Die        Eltern        hatten        2020        mit        dem Heimunterricht       begonnen,       nachdem       sie während               des               pandemiebedingten Fernunterrichts       Mängel       im       öffentlichen Schulsystem    festgestellt    hatten.    Seither    habe sich     die     schulische     Leistung     ihrer     Töchter deutlich   verbessert.   Zudem   könnten   sie   ihren Glauben   und   ihre   persönlichen   Werte   in   den Unterricht einfließen lassen. Rechtliche Grauzone in Brasilien In      Brasilien      werden      derzeit      nach Angaben   des   nationalen   Verbandes   für Heimunterricht       (ANED)       mehr       als 70.000    Kinder    zu    Hause    unterrichtet. Eine    klare    gesetzliche    Regelung    fehlt    jedoch. 2019     entschied     das     brasilianische     Oberste Gericht,      dass      Heimunterricht      nicht gegen      die      Verfassung      verstoße ,      ein Bundesgesetz   zur   Regelung   jedoch   erforderlich sei.  (gekürzt)
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